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Wirtschaftskrise: Esel kaufen Esel

Wer hat sich im Zusammenhang mit dieser Wirtschaftskrise noch nicht gefragt, wer aus all dem als Gewinner hervorgeht und wer verliert? Der spanische Blogger “Alas de plomo” liefert uns in einfachen Worten und im Stil eines Gleichnisses seine Meinung zur Krise. Spanien ist vermutlich das von der Immobilienkrise meistbetroffene Land, in dem die Arbeitslosenquote bei 20% liegt.

Bei der Bitte, die Wirtschaftskrise auf einfache und verständliche Weise zu erklären, so dass alle deren Ursachen verstünden, hat ein berühmter Wirtschaftsberater das Folgende geantwortet:

Foto: Klearchos Kapoutsis / flickr / Creative Commons Lizenz

Ein Mann besuchte ein Dorf, in dem er niemals zuvor gewesen war, und bot den Einwohnern 100 Euro für jeden Esel, den sie ihm verkauften. Ein Großteil der Einwohner verkaufte ihm die Esel.

Am folgenden Tag kam der Mann erneut in das Dorf und erhöhte sein Angebot auf 150 Euro pro Esel. Weitere Einwohner verkaufte ihm ihre Esel.  Daraufhin bot er 300 Euro für jeden Esel und auch die restlichen Einwohner verkauften die letzten übrig gebliebenen Esel. Als er sah, dass es weit und breit keine Grautiere mehr gab, bot er 500 Euro für jeden Esel und gab zu verstehen, dass er in der kommenden Woche zurückkehren wolle um diese zu kaufen. Und er verließ das Dorf.

Am folgenden Tag schickte er seinen Lehrling mit den gekauften Eseln in das gleiche Dorf, um diese zu einem Preis von 400 Euro pro Esel anzubieten. Den möglichen Gewinn der kommenden Woche im Hinterkopf, erwarb jeder Einwohner einen Esel für 400 Euro pro Stück. Wer das Geld nicht hatte, der lieh es sich. So kauften sie dem Lehrling alle Tiere ab. Wie zu erwarten war, verschwanden Kaufmann und Jüngling und tauchten nie wieder im Dorf auf.

Ergebnis: Das Dorf blieb voller Esel, und war obendrauf noch verschuldet. Dies war die Geschichte des Wirtschaftsberaters.

Sehen wir, was danach passierte:

Diejenigen, die sich Geld geliehen hatten, konnten dieses nie zurückzahlen, da sie nun keine Esel mehr verkauften. Diejenigen, die Geld verliehen hatten, beschwerten sich beim Bürgermeister und beklagten sich, dass sie nun selber bankrott gehen würden und so kein weiteres Geld mehr verleihen könnten. Das ganze Dorf, meinten sie, würde pleite gehen würde. Um die Darlehensgeber vor der Pleite zu bewahren, gab der Bürgermeister ihnen Geld, anstatt dieses an die arme Bevölkerung zu verteilen, die doch ihre Schulden bezahlen musste. Doch die Darlehensgeber, die inzwischen schon einen Großteil des verliehenen Geldes zurückbekommen hatten, erließen der Bevölkerung deren Schulden nicht, und die Leute blieben auch weiterhin hoch verschuldet.

Der Bürgermeister ging verschwenderisch mit dem Budget des Rathauses um, welches nun ebenfalls verschuldet war. So bat er andere Gemeinden, ihm Geld zu leihen, doch niemand willigte ein. Da er verschuldet war, so sagten sie, würden sie das geliehene Geld niemals zurückbekommen.

Das Ergebnis:

Die schlauen Personen am Anfang dieser Kette, stinkreich. Für die Darlehensgeber: hohe Gewinne und eine große Anzahl an Leuten, die ihnen noch immer Geld schuldeten und denen sie hohe Zinsen berechnen konnten. Sogar deren nun wertlose Esel konnten sie pfänden. Viele Menschen finanziell ruiniert und ihr Leben lang ohne Esel. Das Rathaus ebenfalls ruiniert.

End(?)-Ergebnis: Um all diese Probleme zu lösen und die ganze Bevölkerung zu retten, reduzierte das Rathaus das Gehalt seiner Beamten.

Haben Sie eine Bemerkung zu der Übersetzung? Schreiben Sie uns: eblogs-feedback@wikio.com
Tags :
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6 Kommentare
  1. Eindrucksvoll und für jeden nachvollziehbar: Das Traurige an dieser so lustig dargebotenen Erklärung ist, dass es in Wahrheit harte Realität ist!

  2. Sehr interessant und informativ zugleich.
    Allerdings ist es doch etwas anders verlaufen. Nach meiner Recherche ist die Wirtschaftskrise vollkommen menschlich. Ich glaube nicht das Menschen drauflosgingen um zu betrügen.

  3. Solange den Leuten noch der Esel bleibt, geht das Leben trotzdem weiter.

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